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Steuerfachangestellte/r – ein sicherer Beruf mit vielen Weiterbildungsmöglichkeiten

Bald startet das neue Ausbildungsjahr. Wer bis jetzt noch keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, stellt sich die Frage „Welcher Beruf ist der Richtige für mich?“. Schulabgänger haben die Qual der Wahl zwischen mehr als 300 anerkannten Ausbildungsberufen. Unter den TOP 20 der beliebtesten Ausbildungen war im Jahr 2017 erstmalig die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten. Jährlich werden hier rund 6.500 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen und in ganz Deutschland befinden sich derzeit insgesamt mehr als 18.400 Steuerfachangestellte in Ausbildung.

Was machen Steuerfachangestellte?

Das kommt nicht von ungefähr. „Der Beruf des Steuerfachangestellten ist solide und zukunftssicher mit vielen Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten.“, so die Steuerberaterkammer Thüringen. Steuerfachangestellte unterstützen Steuerberater u. a. bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung von Mandanten. Sie stehen in Kontakt mit Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern, planen und überwachen Termine und Fristen. Sie arbeiten eng mit den Mandanten zusammen, verarbeiten deren Rechnungen, Belege und Kontoauszüge zu einer ordnungsgemäßen Buchführung, bearbeiten Steuererklärungen und überprüfen Steuerbescheide.

Für den einen oder anderen Ausbildungsplatzsuchenden erscheinen diese Bürotätigkeiten auf den ersten Blick vielleicht langweilig, in dem Beruf steckt aber mehr drin als man denkt. Denn vom Fortschritt im IT-Sektor profitieren auch Steuerfachangestellte im Berufsalltag. Mithilfe neuester EDV- und Kommunikationstechnik werden beispielsweise Rechnungen und Kontoauszüge elektronisch verbucht, Konten geführt, Abschlüsse erstellt und in der elektronischen Akte archiviert. Staubige Aktenordner gehören der Vergangenheit an. Außerdem erhalten Steuerfachangestellte einen tiefen Einblick in viele unterschiedliche Unternehmen und Branchen.

Interessant sind auch die Rahmenbedingungen – geregelte Arbeitszeiten in kleinen und mittelständischen Steuerberatungskanzleien ermöglichen eine gute Urlaubs- und Freizeitplanung. Wem das nicht so wichtig ist, kann sich bei einer international tätigen Steuerberatungsgesellschaft bewerben und hat vielleicht die Möglichkeit Auslandserfahrungen zu sammeln.

Eckpunkte zur Ausbildung

Die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten dauert drei Jahre. In dieser Zeit arbeiten die Auszubildenden ab dem ersten Tag in einer Steuerberaterkanzlei. Parallel gehen sie in eine Berufsschule, für das nötige theoretische Wissen. Die Schwerpunkte der Ausbildung sind: Steuerwesen, Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt. Bundesweit liegt die Ausbildungsvergütung durchschnittlich bei monatlich 800,00 € im ersten Ausbildungsjahr und steigert sich auf mehr als rund 950,00 € im Monat in den Folgejahren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Nach der Ausbildung haben Steuerfachangestellte verschiedene Perspektiven zur weiteren Qualifizierung. Absolventen können später sogar Steuerberater werden – und das ohne ein Studium. Kein anderer Ausbildungsberuf bietet diese besondere Qualifizierungsmöglichkeit. Zehn Jahre Praxiserfahrung sind erforderlich, um sich als Steuerfachangestellte/r zur Steuerberaterprüfung anzumelden und sein eigener Chef zu werden. Einige Hochschulen bieten die Ausbildung zum Steuerfachangestellten in Kombination mit einem betriebswirtschaftlichen Studium an. Dann haben Absolventen sogar zwei Abschlüsse in der Tasche.

Steuerfachangestellte können natürlich auch einen anderen Weg einschlagen und unter verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten im Mitarbeiterbereich wählen. Eine interessante Karrieremöglichkeit für Steuerfachangestellte ist die Fortbildung zum Steuerfachwirt. Die erfolgreiche Ablegung der Fortbildungsprüfung eröffnet weitergehende berufliche Möglichkeiten, die von der Übernahme verantwortungsvollerer Aufgaben bis zur Abteilungs- oder Kanzleileitung reicht.

Relativ neu sind die Weiterbildungen zum Fachassistenten mit denen zusätzliche berufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich der Lohn- und Gehaltsabrechnung oder des Rechnungswesens und der Jahresabschlussanalyse erworben werden können. Seit 2015 können Interessierte die Prüfung zum Fachassistenten Lohn und Gehalt (FALG) ablegen. Der Fachassistent Rechnungswesen & Controlling (FARC) ist ein neuer Berufstitel im Bereich des Steuerwesens, der ab 2019 durch eine Fortbildungsprüfung bei den Steuerberaterkammern erlangt werden kann. Beide Fachassistenten richten sich gezielt an Mitarbeiter, die sich auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisieren möchten.

Freie Ausbildungsplätze auf einen Blick

Die Ausbildungsplatzbörse www.mehr-als-du-denkst.de ermöglicht Schülern nach Angeboten unter allen ausbildenden Steuerberaterkanzleien in Deutschland zu  recherchieren. Einen ersten Hinweis, ob der Ausbildungsberuf geeignet ist, gibt Interessierten der Online-Eignungstest. Praktikumsplätze und der Test sind unter www.mehr-als-du-denkst.de zu finden. Darüber hinaus ist auch ein Kalender mit Terminen für Berufs- und Bildungsmessen verfügbar.

Weitere Information zur Aus- und Weiterbildung sind auf der Internetseite der Steuerberaterkammer Thüringen unter www.stbk-thueringen.de verfügbar.