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9.Charta der reglementierten steuerberatenden Berufe in Europa

Im Rahmen der Aufarbeitung der „Steuerskandale“ der letzten Jahre ist auf europäischer Ebene – neben Maßnahmen im Internationalen Steuerrecht und der Einführung verschärfter Transparenzpflichten sowohl für Unternehmen als auch „Steuerintermediäre“ – zunehmend die Frage gestellt worden, ob und inwieweit auch der Berufsstand einen Beitrag gegen Steuerhinterziehung bzw. die vielseits angeprangerte „aggressive Steuerplanung“ leisten kann.

Die ETAF hat zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Europäischen Kommission und Mit-gliedern des Europäischen Parlaments über dieses Thema geführt. Diese haben gezeigt, dass ein vom Berufsstand ausgehender europäischer Regelungsrahmen, der die Unabhängigkeit des Berufsstands hervorhebt und zugleich an die Verantwortung, Gewissenhaftigkeit und den Beitrag des Berufsstands zu einer gut funktionierenden Steuerrechtspflege im Sinne des „Organs der Steuerrechtspflege“ appelliert (ohne dies auf EU-Ebene so festschreiben zu können), sehr begrüßt würde.

Der Vorstand der ETAF hat deshalb am 17.09.2018 die englische Originalfassung der ETAF Charta beschlossen.

Die Charta versteht sich vorwiegend als politischer Beitrag zur oben beschriebenen Diskussion, da sie ihrer Rechtsnatur nach nur ein unverbindlicher, freiwilliger Regelungskodex sein kann. Die Charta betont jedoch den Wert und die Funktion „reglementierter“ Steuerberufe und sorgt damit für ein Alleinstellungsmerkmal der ETAF, was deren Stellung im Brüsseler Geschehen im Hinblick auf künftige Kooperationen weiter festigen kann.

Eine deutsche Fassung finden Sie hier. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine Arbeitsübersetzung handelt.